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BAT 60 – Eine neue Sendergeneration

Eingereicht

Ein Gespräch mit Ralf Hartmann von der Firma Weatronic: Die JetPower-Messe ist immer auch ein Ort der Begegnungen. Obwohl man sich im Lauf der Jahre gut kennengelernt hat, ist es doch immer wieder spannend, nach den Hintergründen zu Firmengeschichten oder Produkten zu fragen. Ich hatte in diesem Jahr ein längeres Gespräch mit Ralf Hartmann über den neuen Handsender der Firma Weatronic und habe ihm dazu einige Fragen gestellt. Gleichzeitig habe ich ihn gebeten, mir etwas über die Entstehung und die Geschichte der Firma Weatronic zu erzählen.

Die Firmengeschichte

BAT-60__Colours_Weatronic_02_MRolf Alexander »Axel« Westphal wurde am 12. November 1951 geboren. Nach der Schule hat er zunächst Bauingenieurwesen und anschließend Stadtplanung studiert. Über den Motorradrennsport kam er als Journalist zur Motor Presse Stuttgart, wo er schließlich Ressortleiter für Wirtschaftsfragen war. Der Motorsport langweilte ihn relativ schnell – jedoch war er seit jeher von der Luftfahrt fasziniert. So kam er zum Modellsport und wurde begeisterter Pilot. Mit seinem Wissen und seiner Erfahrung suchte er in diesem Bereich nach neuen Wegen und Möglichkeiten. So hatte Axel als Erster die geniale Idee, die Komponenten Batterie- und Servomanagement, Antennen- und Frequenzdiversity sowie Flugdatenaufzeichnung in einem Gerät zusammenzufassen. Schließlich gründete er im Jahr 2004 die Firma Weatronic, um seine Ideen und Innovationen auch anderen Modellpiloten zur Verfügung zu stellen. Seit 2007 ist Weatronic im 2,4-GHz-Bereich Technologieführer.

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Der gläserne Handsender – möglicherweise wird der BAT 60 auch mit transparentem Gehäuse zu haben sein!

Nachdem Axel erfuhr, dass er an Krebs erkrankt ist, hat er einen solventen Nachfolger gesucht, der Weatronic in seinem Sinn weiterführt. Gefunden wurde dieser im Erbgrafen von Waldburg-Zeil, der die Firma übernahm, sich aber nach ca. 1,5 Jahren aus familiären Gründen zurückziehen musste. Der neue Inhaber trägt nun ebenfalls den Geist Axels weiter und ist ebenfalls begeisterter Modellpilot.

Der Name Weatronic setzt sich übrigens aus »We« für Westphal, »A« für Alexander und »tronic« für Elektronik zusammen; der Name wird aus tiefer Verbundenheit zu Axel und seiner Idee weiter geführt werden. Der jetzige Geschäftsführer ist Prof. Dr. Anselm Fabig. Sein Unternehmen hatte seit 2004 zusammen mit Axel dessen Ideen umgesetzt und ist mit seinen Spezialisten die Entwicklungsschmiede von Weatronic. So wurde Dr. Fabig gefragt, ob er die Geschäftsführung übernehmen würde. Konsequenter Weise hatte er dem nur zugesagt, wenn Weatronic seinen Sitz in das Zentrum für Luft- und Raumfahrt nach Wildau bei Berlin verlegt, wo auch seine Firma ansässig ist.

Winfried Ohlgart

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Das Interview

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Gesprächspartner Ralf Hartmann bei der Jet-WM in Meiringen.

Winfried Ohlgart: Der neue Handsender sollte nach der ursprünglichen Planung auf der JetPower-Messe 2013 vorgestellt werden. Da dieser Termin nicht zu halten war, habe ich einige Fragen aus der Werbung für den BAT 60 aufgegriffen. Warum jetzt auch noch ein Handsender?

Weatronic: Ganz einfach – damit wir endlich alles nutzen können, was möglich ist. Für mich symbolisiert unser BAT 60 eine neue Generation von Sendern. Ein Sender, der von Piloten für Piloten entwickelt wurde. Dieser Sender kann individuell dem Piloten angepasst werden – von der Belegung der Steuerelemente über Datenaufzeichnung bis hin zur Sprachausgabe auf drei Ebenen. Jetzt können wir unsere Innovationskraft voll ausleben.

W.O.: Die Farbe ist ungewöhnlich und sicher nicht jedermanns Sache?

Weatronic: Die Weatronic-Farben sind bei den Nutzern sehr gut angekommen (lacht). Natürlich wird es darüber hinaus den Sender auch in Weiß, Schwarz und Silber geben. Jeder soll ja die Farbe erhalten, die er bevorzugt. Vielleicht bieten wir auch einige mit dem transparenten Gehäuse an. Diese Entscheidung ist jedoch noch nicht getroffen.

W.O.: Ich finde keine Angabe über die Anzahl der Kanäle?

Weatronic: Es wird keine Kanäle im herkömmlichen Sinn mehr geben. Wir haben 22 frei programmierbare Steuerelemente. Je nach Wunsch können diese belegt werden, auch auf mehreren Ebenen. Bis zu 64 Servos können so in der ersten Softwaregeneration angesteuert werden.

W.O.: Was bedeutet innovatives Gas- / Bremshebelkonzept?

Weatronic: Wir können in den Sticks mehrere Funktionen einbinden. Zum Beispiel kann ein rastender Gashebel im unteren Bereich mit einer Radbremse kombiniert werden. Die Radbremse funktioniert dann wie in einem Auto. Dies alles ist einstellbar. Fast alle Piloten, die das bereits auf den Messen ausprobiert haben, waren begeistert. Hard- und Software in perfekter Harmonie aufeinander abgestimmt – dafür steht Weatronic.

W.O.: Look-und-find-Funktion dank GPS sagt mir nun gar nichts?

Weatronic: Dank des internen GPS können wir die Position eines verlorenen Flugzeugs bestimmen. Gerade bei Hangflügen oder in einem großen Feld kommt es oft vor, dass nicht optimal gelandete Modelle lange gesucht werden. Hat das Modell ebenfalls GPS an Bord, wird diese Suche nun stark vereinfacht.

W.O.: Welchen Vorteil hat das Web-Interface?

Weatronic: Durch das Web-Interface haben wir viele Optionen. Die Datenübertragung ist nur eine Möglichkeit. Im Lauf der Zeit werden wir gerade an dieser Schnittstelle noch einiges einbinden können, unabhängig von den Betriebssystemen der anderen Endgeräte.

W.O.: 22 frei programmierbare Steuerelemente – was bedeutet das in der Praxis?

Weatronic: Wie gesagt, bedeutet dies die Freiheit der Piloten, sich alle Funktionen nun so zu legen, wie sie es gerne wollen. Individuell, vielseitig und zukunftsorientiert.

W.O.: USB-A und USB-B (Master und Slave), wofür?

Weatronic: Mit diesen beiden Anschlüssen können wir den Sender sowohl als Ursprung nutzen, als auch als empfangendes Medium für die unterschiedlichsten externen Geräte. So sind wir offen für ganz viele Nutzungsmöglichkeiten.

W.O.: Welchen Vorteil hat der ETSI-Standard und was bedeutet er ?

Weatronic: Der ETSI-Standard besagt, dass die Anlage nach einer Kanalwahl erst prüft, ob dieser wirklich leer ist, bevor die Daten übertragen werden. Daher auch »Listen bevor talk«. Dies erhöht die Sicherheit der Datenübertragung erheblich – bei Weatronic genau 100 Mal pro Sekunde bei einer Auswahl von 80 Kanälen. Die Piloten wollen schließlich ihre Modell sicher steuern und die Flüge genießen.

W.O.: Wann ist der Sender lieferbar ?

Weatronic: Der Sender wird im November 2013 erhältlich sein.

W.O.: Danke für das Gespräch!

Das Interview erschien in JetPower 6/2013 und MFI 12/2013

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