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Ein Sender fürs Leben – Jeti ds-16

Eingereicht

In der Kürze der Zeit konnte ich beim ersten Teil der Vorstellung der ds-16 ja nur auf die Äußerlichkeiten des tschechischen Highend-Senders eingehen. In der Zwischenzeit konnte ich die Fernsteuerung auch ausgiebig in der Praxis erproben, da wir ja auch wissen wollen, was die Software kann und wo sie sich eventuell Schwächen leistet. Außerdem möchte ich noch einige Punkte in Bezug auf die Hardware ansprechen, die mir in der Zwischenzeit noch aufgefallen sind.

P1110996Ein genauer Blick aufs Innere

Über die gewählten Materialien und deren Verarbeitungen habe ich im letzten ROTOR bereits geschwärmt. Inzwischen habe ich aber einen noch genaueren Blick in den Sender werfen und dabei meine Begeisterung noch weiter steigern können. Wie kam es dazu? Die mir gelieferte ds-16 war für Mode 1, also Gas/Pitch rechts konfiguriert. Im Gegensatz zu vielen anderen Sendern, wo man entweder nur eine Feder umhängt und eine Schraube zudreht oder die mechanische Auslegung alternativ auch gar nicht selbst wechseln kann, lassen sich bei der ds-16 die kompletten Knüppelmechaniken inklusive der hochpräzien Hallgeber austauschen. Die Anleitung dazu findet man im Handbuch. Da hierzu auch eine der Platinen im Innern gelöst und angehoben werden muss, gehört einiges an Fingerspitzengefühl dazu. Man sollte diese Arbeit also nur im äußersten Notfall selbst durchführen. Der »normale« Kunde wird seine Fernsteuerung aber ohnehin mit dem passenden Stickmode ordern.

04_innen

Wo man hinsieht, entdeckt man eine perfekte Verarbeitung, wie man sie sonst nur in Industrietechnik findet.

Wie auch immer: Mir gab dieser Umbau die Möglichkeit, einen genaueren Blick ins Innere der ds-16 und auch auf die Knüppelaggregate zu werfen. Dabei stellt das Auge des technik-verliebten Betrachters fest, dass dieser Sender durchaus so auch für den Industrieeinsatz entworfen worden sein könnte. Während in den gängigen RC-Anlagen, die ich kenne – ganz unabhängig vom Preis übrigens – die Innereien mit Blechtreibschrauben an Kunststoffpfosten verschraubt werden, verwendet man bei Jeti beispielsweise ausschließlich Gewindeschrauben – meist mit, leider nicht ganz üblichen, Torx-Köpfen. Und an Stelle der Klebstoff-Pfropfen, die sonst üblicherweise die Kabel in Position halten, werden Kabelklipse aus der Industrie eingesetzt. Die Verarbeitung ist einfach grandios und legt für mich ganz klar die Messlatte auf ein neues Niveau.

03_steuerknueppel

Die Steuerknüppelmechaniken bestehen vollständig aus Metall und sind acht- bzw. zehnfach kugelgelagert. Zusammen mit den Hallgebern hat man es mit einer absolut verschleißfreien Einheit zu tun.

Zurück zu den Knüppelaggregaten: Diese bestehen ebenfalls vollständig aus Aluminium bzw. Stahl und sind mit acht bzw. zehn Kugellagern bestückt – pro Achse drei und pro Feder-Mechanismus noch einmal zwei. Die Einstellung der Rückstellhärte erfolgt über Gewindestifte, die mit Schraubensicherung »schwergängig gemacht« sind, so dass sie sich im Betrieb nicht verstellen. Das Abtasten der Positionen übernehmen verschleißfreie Hallgeber. Das Ganze könnte genauso auch aus einer schweizerischen Uhren-Manufaktur kommen. Neben der Einstellung von Knüppelhärte und -länge verfügt die ds-16 auch über die Möglichkeit, die kompletten Steuerknüppel-Aggregate im Sendergehäuse zu drehen, um so deren Steuerrichtungen an die Vorliebe des Piloten anzupassen, wie es auch Piloten der Multiplex-Evo-Sender kennen. Ich habe es auch bei der ds-16 wieder probiert, komme damit aber einfach nicht zurecht. Wahrscheinlich bin ich diesbezüglich durch die, genau genommen ja ergonomisch »falschen« Japan-Sender »versaut«.

USB-Anschluss

Verbindet man die ds-16 mit einem Computer, wird sie dort ganz einfach als USB-Stick erkannt. Die Dateien des Senders, wie beispielsweise Modellspeicher, Sprachdateien, Logfiles oder auch die Anleitungen, werden dann in den uns bekannten Ordnern angezeigt.

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Unterhalb des Displays sind Buchsen für Kopfhörer, USB-Verbindung und das Laden angebracht.

Ein weiteres, richtig geniales Feature der ds-16 ist der integrierte Mini-USB-Anschluss. Ja, so etwas haben heute fast alle Fernsteuerungen. Nur muss man, um diesen bei anderen Herstellern zu nutzen, immer auch eine spezifische Software auf dem Rechner installieren, was ich schon immer extrem unpraktisch fand. Jeti geht hier glücklicherweise einen anderen, viel logischeren Weg: Verbindet man die ds-16 mit einem Computer, wird sie dort ganz einfach als USB-Stick erkannt. Die Dateien des Senders, wie beispielsweise Modellspeicher, Sprachdateien, Logfiles oder auch die Anleitungen, werden dann in den uns bekannten Ordnern angezeigt. So lassen sich bequem Modellspeicher kopieren, Sounds oder Updates einspielen, Logfiles auslesen – alles per Drag and Drop, wie man es vom Computer ohnehin gewöhnt ist. So einfach kann das Leben sein… Ich habe übrigens spaßeshalber mal mit einem Texteditor einen Blick in eine Modelldatei geworfen. Hier stehen alle Daten im Klartext drin und könnten theoretisch auch mit einer (noch zu erstellenden) PC-Software bearbeitet werden.

Akku und Laden

Die ds-16 ist mit einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 3.200 mAh ausgerüstet, was für bis zu elf Stunden Betriebszeit gut sein soll. Muss man den Energiespender wieder befüllen, lässt sich dies über die übliche Ladebuchse realisieren, an die man ein Netzteil mit einer Spannung von 5 bis 20 Volt und beliebiger Polung (zumindest habe ich diese Aussage in Nürnberg vom Distributor bekommen – in der mir vorliegenden Anleitung des Pultsenders dc-16 wird dazu nichts geschrieben) anschließen kann. Hat man das beiliegende Steckernetzteil (12 V, 2 A) also mal nicht dabei und muss »nachtanken«, nimmt man einfach ein passendes Kabel und schließt es an eine Spannungsquelle an – fertig. Übrigens geht das sogar während des Betriebs, worüber sich vielleicht der eine oder andere Segelflugpilot freuen wird, der so »from dawn till dusk« durchfliegen könnte, sofern der Empfängerakku mitspielt. Anders gesagt: Für Modellpiloten ist dieses Feature sicherlich nicht wichtig, vielleicht freut sich aber die Kundschaft aus dem Profi-Lager.

Eine weitere, eigentlich logische Möglichkeit, den Senderakku zu laden, ist der USB-Anschluss. Hierüber dauert das Laden zwar etwas länger, eröffnet aber umgekehrt auch wieder die Möglichkeit, sich überall auf der Welt ein Mini-USB-Kabel zu besorgen und die ds-16 dann an einer USB-Buchse des Rechners oder auch einem Steckernetzteil bzw. Kfz-Adapter, wie man sie vom Handy zumeist ohnehin hat, zu laden. Praktisch!

Zwei HF-Module und mehr…

Ein weiteres sinnvolles Feature ist meines Erachtens, dass die ds-16 auf ihrer HF-Platine über einen PPM-Ausgang zum Anschluss eines HF-Teils eines Fremdfabrikats verfügt. Gerade Besitzer der diversen RTF-Modelle mit dem 2,4-GHz-System von Spektrum werden sich freuen, dass sie zum Steuern dieser Modelle keine separate Fernsteuerung mehr benötigen.

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Auf der HF-Platine der ds-16 findet sich die Buchse »Con.B« zum Anschluss eines HF-Moduls eines Fremdfabrikats.

Kommen wir zu einem weiteren Feature, das ich so noch nirgendwo gesehen habe: Die ds-16 hat zwei vollwertige HF-Module mit je zwei Antennen (Antennendiversity), die auf drei Arten eingesetzt werden können:

• Modus 1 »Standard«: Beide HF-Module übertragen abwechselnd die Steuersignale an den/die Empfänger. Der Wechsel erfolgt dabei laut Anleitung (messen kann ich das leider nicht) alle 20 ms. Wenn eines der HF-Module einen Fehler hätte, würde dieser also nicht gleich zum Absturz des Modells führen.

• Modus 2 »Zwei-Weg-HF«: Hierbei ist je ein HF-Modul mit einem separaten Empfänger gebunden und kommuniziert ausschließlich mit diesem. Das ergibt entweder die Möglichkeit, die Servos eines großen Flächenmodells (bei einem Heli macht dies weniger Sinn) auf zwei komplett getrennte Übertragungsstrecken aufzuteilen. Geht man dabei geschickt vor, wird das Modells selbst beim kompletten Ausfall eines HF-Teils noch voll steuerbar bleiben. Alternativ kann man auch zwei Jeti-Enlink-Empfänger miteinander koppeln und hat so die doppelte Ausfallsicherheit für alle Servos.

• Modus 3 »Schüler« bzw. »Trainer«: Die letzte Variante ermöglicht die Nutzung eines HF-Teils zur Kommunikation mit dem Modell, während das zweite mit einem weiteren Jeti-Sendemodul (ob jetzt in einer ds/dc-16 oder in einem nachgerüsteten Sender) gebunden wird, der dann als Schüler fungiert. Ein drahtloses Lehrer-Schüler-System ist also bereits integriert. Schade finde ich in diesem Zusammenhang allerdings, dass es noch keine preisgünstigen Jeti-Sender gibt, die man als Schüleranlage einsetzen kann, sondern man gezwungenermaßen auf ein Fremdprodukt mit Jeti-Modul zurückgreifen muss. Das ist aber eher Meckern auf hohem Niveau.

Ein weiteres sinnvolles Feature ist meines Erachtens, dass die ds-16 auf ihrer HF-Platine über einen PPM-Ausgang zum Anschluss eines HF-Teils eines Fremdfabrikats verfügt. Gerade Besitzer der diversen RTF-Modelle mit dem 2,4-GHz-System von Spektrum werden sich freuen, dass sie zum Steuern dieser Modelle keine separate Fernsteuerung mehr benötigen. Es wird nur ein entsprechendes Nachrüst-HF-Modul benötigt, das man »auf eigene Faust« in die ds-16 einbaut. Da die Belegung der PPM-Buchse in der Anleitung beschrieben ist, ist das für einen einigermaßen begabten Modellbauer kein Hexenwerk …

Fazit

Meine Erwartungen an den ersten Handsender von Jeti waren natürlich hoch, konnten aber dennoch vollumfänglich erfüllt, bzw. an einigen Stellen sogar übertroffen werden. Ohne »abzukupfern« hat man hier eine Steuerung geschaffen, deren Software schon jetzt so umfangreich ist, dass ich mir kaum einen Wunsch für ein Update vorstellen kann. Das Design glänzt mit schlichter Eleganz und wirkt genauso solide, wie sich die ds-16 auch in der Praxis gibt. Alle Komponenten sind so verschleißfrei ausgelegt, dass man sie in einem Modellfliegerleben kaum in die Knie zwingen wird. Also ein echter »Sender fürs Leben«. Das relativiert den Preis von 1.398 Euro, der gemessen an Ausstattung, Materialien und Verarbeitung eigentlich ohnehin fast ein »Schnäppchen« ist, noch einmal zusätzlich.

-mf-

Einen ausführlichen Bericht über weitere technische Merkmale, Software sowie Praxiserfahrungen lesen Sie in der Ausgabe 6/2013 des ROTOR Magazins.

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