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Ergänzender Beitrag zum Artikel “mx-16 HoTT” in Ausgabe 1/2011

Eingereicht

mx-16 iFS

was lange währt, wird endlich gut /

Bericht aus ROTOR 4/2009

Alternativer PDF-Download

Schon Anfang 2008 stellte Graupner neue Sender mit dem hauseigenen 2,4-GHz-System iFS vor. Lesen Sie über Erfahrungen beim praktischen Einsatz der mx-16 iFS.

Im Jahr 2008 konnte man in diversen Internet-Foren geradezu vernichtende Kritiken zum iFS-System bzw. seinem USA-Pendant XPS lesen. So soll es unter bestimmten Bedingungen zum »Einfrieren« des Empfängers gekommen sein, und außerdem würde es nicht »hoppen« und wäre somit nicht konform zu den in Europa geltenden Auflagen für die Nutzung des 2,4-GHz-Bandes.

Als Reaktion darauf wurde an der neuen Software-Version iFS 3 gearbeitet, die nun seit einer Weile ausgeliefert wird. Die Redaktion bekam dann Anfang dieses Jahres ein Set der mx-16 iFS mit dem 8-Kanal-Empfänger XR-16 iFS und einem Digital-Servo DS 8077 für diese Vorstellung zur Verfügung gestellt.

Beschreibung
Bei der mx-16 iFS handelt es sich im Prinzip um eine Weiterentwicklung der bekannten und vielfach eingesetzten mx-16 s. Sie ist wie jeder Handsender bereits komplett mit allen Schaltern und Gebern ausgerüstet und kann bis zu 8 Proportionalkanäle übertragen.

Für uns Heli-Piloten interessant ist, dass die Software für das Preissegment schon beeindruckend komplett ausgestattet ist. Der Taumelscheibenmischer kann alle gängigen Taumelscheiben ansteuern. Lediglich ein 140-Grad-Mischer wurde nicht vorgesehen. Es lassen sich inklusive Autorotation 3 Flugphasen definieren, die sich über beliebig wählbare Schalter aktivieren lassen. 5-Punkt-Gas- und -Pitchkurven, die heutzutage kaum noch genutzte Heckrotorbeimischung und die Gyroempfindlichkeit werden flugphasenabhängig geschaltet, und der bei Graupner schon lange übliche »Gaslimiter« ist auch hier wieder mit an Bord. 3 freie Mischer komplettieren die Ausstattung, so dass dieser Sender eigentlich allen »normalen« Anwendungsfällen gerecht wird.

Die Zuordnung der Funktionen zu den Servoausgängen kann modellspezifisch eingestellt werden, so dass man im Bedarfsfall auch den Kanal 7, der die Gyroempfindlichkeit steuert, auf Empfängerausgang 5 legen kann. So lässt sich ein Hubschrauber auch mit einem 6-Kanal-Empfänger steuern.

Für mich als »Exot«, was die Steuerknüppelbelegung angeht, ist sehr erfreulich, dass auch dieser Sender alle logisch möglichen Stick-Modes unterstützt. Die Einstellung erfolgt ebenfalls modellspezifisch. Die Rastung am Pitchknüppel lässt sich leicht auf die richtige Seite umbauen.

Bedienung
Die Bedienung des Senders erfolgt ganz »up-to-date« über eine Drehwalze mit Tastenfunktion und 3 weiteren Tastern auf der linken Seite des Displays. Die Menüstruktur ist an die der größeren Graupner/JR-Sender angelehnt und sehr logisch aufgebaut. Die Systemsprache ist Deutsch. Die sehr ausführliche Bedienungsanleitung benötigt man eigentlich nicht mehr, wenn man die Struktur verinnerlicht hat. Leider ist die Bedienung des iFS-Systems nicht im Menü implementiert, sondern erfolgt über einen separaten Taster und eine mehrfarbige LED an der Rückseite des Senders. Die Kommunikation zwischen iFS und Anwender erfolgt über unterschiedliche Farben und Blink­rhythmen der LED. Das ist sehr langwierig und wäre natürlich über das Senderdisplay viel komfortabler.

Der Grund dafür ist aber klar: Die mx-16 iFS wurde mit dem Sendemodul »nachgerüstet«, so dass die Verbindung zum Sender nur aus Servosignalen und Betriebsspannung besteht. Sendemodul und Empfänger können auch mit dem iFS-Programmer XZ-P1 iFS vom PC aus mit einer übersichtlichen Bedienoberfläche programmiert werden. Sender und Empfänger sind aber bereits ab Werk aneinander gebunden und auf die in Deutschland zugelassene Übertragunsgvariante und Kanalzahl eingestellt. Eine Programmierung ist daher an dieser Stelle nicht erforderlich.

Praxis
Die mx-16 iFS kam gerade recht für die laufende Erprobung des Atom 500 (siehe separaten Beitrag in dieser Ausgabe), einem Elektro-Heli in Carbon-Alu-Bauweise mit Zahnriemen zum Heck und Empfängerstromversorgung über BEC, bei dem der Empfänger zusätzlich auch noch in unmittelbarer Nähe des Brushless-Außenläufer-Motors montiert ist. Dies ist für den Praxis-Test eines Übertragungssystems sicherlich eine Extremsituation.

Der Einbau des Empfängers im Modell ist sehr schnell erledigt. Eine komplizierte Antennenverlgung erübrigt sich durch die starr am Gehäuse befestigte Antenne des XR-16 iFS. Dieser Vorteil kann in geschlossenen Rumpfmodellen mit viel Carbon natürlich auch zum Nachteil werden. Zusätzliche Satelliten-Empfänger (bis zu 64), an einer nicht abgeschirmten Stelle eingebaut, sollen aber auch in solchen Modellen für vernünftige Empfangsbedingungen sorgen.
Sehr gut gefällt mir am Empfänger zudem, dass es nun möglich ist, auch Servos mit Futaba-Steckern anzuschließen, ohne vorher die »Nasen« zu entfernen. Dies erkauft man sich allerdings durch den Nachteil, dass sich die Stecker des von Graupner/JR benutzten Stecksystems auch verpolt einstecken lassen. Hier ist also ein wenig Aufmerksamkeit gefordert.

Die Senderprogrammierung als solche geht wirklich sehr einfach von der Hand. Die Drehwalze erleichtert die Prozedur einfach ungemein, und so war der Atom 500 innerhalb von nur ca. 20 Minuten komplett eingestellt.  Beim Testlauf der CCPM-Taumelscheibe fällt direkt auf, dass die Servos sehr synchron laufen. Die »alte« mx-16 s hatte da gerade im PCM-Betrieb doch leichte Fehler drin, so dass die Taumelscheibe bei schnellen Pitch-Bewegungen immer etwas auf und ab »eierte«. Auch in den Endpositionen des kollektiven Wegs ist nur ein geringer Versatz bei zyklischer Steuerung zu sehen. Sehr positiv finde ich auch, dass ein, zumindest bei meiner mx-16 s vorhandener Fehler nicht mehr auftritt, der sich so äußert, dass beim Zurückschalten aus der Autorotation ab und zu der Heck-Kanal kurz ausschlug.  Da der Heli vorher auf einem anderen Sender programmiert war, konnte ich unfreiwillig beim Einstellen auch einen vollkommen unrealistischen Test machen: Wenn ein anderer 2,4-GHz-Sender mit seiner Antenne in unmittelbarer Nähe (ca. 20 cm) des XR-16 iFS liegt, geht dieser in die Hold- bzw. Fail-Safe-Position. Ich habe dann aber die Gegenprobe gemacht und konnte bei allen, mir im Moment zur Verfügung stehenden Systemen ein ähnliches Verhalten feststellen.

Sehr positiv ist, dass egal, in welcher Reihenfolge man Sender und Empfänger ein und ausschaltet oder eben auch stört, die Servos direkt wieder reagieren, sobald die Unterbrechung behoben ist. Nach den eher negativen Berichten zu diesem Thema bei der alten Software-Version von iFS beruhigt einen das dann doch sehr.

Die Reichweite des Systems kann man, wie bei anderen Systemen auch, mit einer reduzierten Sendeleistung überprüfen. Ich ging an dieser Stelle im wahrsten Sinne des Wortes noch weiter – genaugenommen ca. 1.300 Meter. Bei dieser Entfernung brach ich jedenfalls den Test der Bodenreichweite des Systems ab. Obwohl keine direkte Sichtverbindung von Modell zu Sender bestand, funktionierte es noch einwandfrei. Auch ein Ein- und Ausschalten des Senders brachte das System nicht aus dem Tritt.

Nach so vielen Tests wollte ich dann endlich fliegen. Also den Regler langsam mittels des Gaslimiters, der bei der mx-16 iFS übrigens auf einem Drehpoti liegt, freigegeben und … einfach geflogen! In der Luft merkt man nichts von einem neuen System. Es funktioniert einfach. Flüge an die Sichtgrenze stellen keine Probleme da und die Reaktionen kommen präzise und direkt. Die Taumelscheibe läuft auch unter Belastung sehr sauber. Jedenfalls blieb das sehr häufig zu sehende Wegrollen bei schnellen Pitchbewegungen komplett aus. So soll das sein.

Der Sender liegt sehr gut in der Hand. Die Knüppelaggregate fühlen sich gut an, und durch das geringe Gewicht braucht man auch nicht unbedingt einen Umhängeriemen, wenn man mal etwas länger am Stück fliegt. Ein Nachteil ist, dass die Befestigung für den Umhängeriemen noch an der gleichen Position ist, wie bei der 35-MHz-Version mit entsprechend langer Antenne. Das ergibt natürlich eine Schwerpunktverschiebung und der Sender kippt nun, am Gurt hängend, direkt nach hinten. Entsprechende »Schwerpunkt-Verlagerungs-Hilfen« gibt es aber bei diversen Zubehöranbietern, da das Problem nicht neu ist und bei vielen 2,4-GHz-Sendern besteht. Der Empfänger wird im Betrieb ganz leicht warm. Ich werde beobachten, wie sich das im Sommer verhält. Die zum Testzeitpunkt vorherrschenden Temperaturen sind da eher weniger repräsentativ.

Fazit
Die mx-16 iFS ist ein sehr guter Sender fürs Geld. Die vorhandenen Funktionen sind praxisgerecht und dürften die meisten Anwendungsfälle abdecken.  Das neue Übertragungsverfahren iFS 3 funktioniert zudem ohne Fehl und Tadel und lässt einen die, durch entsprechende Negativ-Berichte mit dem alten System vorhandenen, Vorbehalte leicht vergessen.

-mf-

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