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Goooooood morning, Vietnaaam… der Blade SR UH-1 Huey Gunship

Eingereicht

Manche Dinge im Leben assoziiert man automatisch mit bestimmten Szenen oder Einflüssen. Den Trabi mit dem Osten, die Vespa mit Italien oder den Renault 4 mit Frankreich. Einen ähnlichen Zusammenhang sehe ich auch bei der Bell UH-1D, die mich unweigerlich an das Thema Vietnam oder an den einen oder anderen Anti-Kriegs-Film erinnert. So war das auch beim Blade SR UH-1 Huey Gunship, der mich sogleich an eine bekannte Szene erinnerte, in der Robin Williams alias Adrian ein herzliches »Good morning vietnam« im gleichnamigen Film in den Äther schmetterte.

Auch wenn ihre »Berühmtheit« auf einem eher dunklen Kapitel der Geschichte beruht, strahlt sie sicherlich auf den einen oder anderen Betrachter einen gewissen Reiz aus, der den berühmt-berüchtigten »Haben-Will-Effekt« in einem auslöst. Wenn der Hubschrauber in Scale-Optik dann auch noch als Ready-to-fly-Modell beim Protagonisten ankommt, der sich selbst als Schraub- und Baufaul betitelt, erweckt sie noch mehr Aufmerksamkeit.

Lieferumfang

Das RTF-Set beinhaltet alle nötigen Zubhöre. Ein großer Pluspunkt sind die mitgelieferten vier AA-Batterien.

Die Blade Huey ist seit Mitte 2011 auf dem Markt und wird in Deutschland über Horizon Hobby vertrieben. Das RTF-Set beinhaltet neben einer mehrsprachigen Bedienungsanleitung, einem Sechskanal-Sender inklusive Batterien, dem LiPo-Lader und dem Flugakku zusätzlich ein kleines Werkzeug-Set. Apropos Reparatur: dem Set liegt auch eine DVD bei (englischsprachig), auf der in Form von Videos einige Reparaturvorgänge sowie einige Einstellungen für die Spektrum DX6, DX7 oder DX8 veranschaulicht werden. Am Modell selbst sind lediglich noch die zwei MG- und Rakatenwerfer-Attrappen anzubringen, die dem Kasten separat beiliegen. Optional bietet Horizon auch noch ein Beleuchtungsset an.

Technische Details

Die Taumelscheibe steht bei Knüppelmittelstellung leicht nach rechts vorn. Diese Trimmung sorgt für einen neutralen Schwebeflug.

Auffälligstes Merkmal der Huey ist sicherlich der detailliert gestaltete Rumpf, der mit einigen Scale-Details versehen wurde. Hervorzuheben sind hier die durchsichtigen Cockpitfenster mit den Scheibenwischern, der Turbinenauslass, die Waffenattrappen sowie der vorbildgetreue Dekorbogen. Um einen einfachen Akkueinbau bzw -wechsel zu gewährleisten, ist die Haube abnehmbar und kann mittels Magneten am Rumpf befestigt werden. Die anfängliche Skepsis an dieser Art von Befestigung wich nach einigen Flügen schnell; die Magnetverbindung erwies sich als stabile und sichere Befestigung. Die Rumpfverkleidung besteht aus einem leichten und dünnen Kunststoff – also Achtung bei unsanften Landungen, da dieser anfällig für Risse ist. Der geschlossene Rumpf wirft natürlich die Frage auf, ob Reparaturen am Modell überhaupt möglich sind. Unterhalb des Rumpfs und dem Heckausleger befinden sich jedoch Schrauben, die eine Entnahme de Mechanik ermöglichen. In diesem Fall ist auch ein Blick auf die beigefügt DVD sinnvoll, in der praktische Tipps vermittelt werden.

Die Haube lässt sich leicht abnehmen und genauso schnell wieder aufsetzen. Als Fixierung dienen zwei Magnete, die sich trotz der anfänglichen Skepsis als sicher erwiesen.

Entgegen dem Trend ist die Huey mit einem Paddelkopf aus Kunstoff ausgestattet. Wirft man einen Blick auf die Mechanik ähnelt diese unverkennbar der des Blade SR, der bereits eine breite Anhängerschar für sich gewann und dessen Technik als Basis für die Bell dient. Für die nötige Power sorgt ein Brushless-Außenläufer mit 3.900 U/min/V. Der dem Vorbild entsprechend hochliegende Heckrotor ist mit einem separaten Motor versehen. Ein blauer Kühlkörper sorgt dafür, dass dieser stes einen kühlen Kopf behält. Haupt- und Heckmotor werden von einem kombinierten Drehzahlregler im Zaum gehalten, das Heck wird von Heading-Lock-Gyro G110 stabilisiert. Das alles ist bereits fix und fertig mit dem Spektrum-Empfänger AR6100e verkabelt, der mit jedem gängigen Spektrum-Sender betrieben werden kann. Ausgeliefert wird das Set allerdings nur in einer Version mit einem recht einfachen Handsender, der in Stickmode 1 oder 2 verfügbar ist. Hierauf sollte man bei der Bestellung unbedingt achten.

Praxis

Die Schritte bis zum ersten Flug eines RTF-Modells sind ja bekanntlich einfach: Akku laden sowie einbauen und los. Bei der Huey ist es nicht anders. Der 3s/1.000-mAh-LiPo wird auf dem Chassis mit Klettband und -schlaufe befestigt. Simpel, einfach und: Hebt! Ready to fly an einem herrlichen Sommertag. Doch halt: Ein Blick auf die Taumelscheibe ließ mich stutzig werden, da diese bei neutraler Trimmung leicht schräg nach rechts vorn steht. Absicht oder Fehler, das ist hier die Frage. Die Antwort folgte auf dem Fuße, als die Huey mit korrekt ausgerichteter Taumelscheibe fast eine Rolle nach Links machen wollte. Also zurück auf Anfang. Da hat sich wohl tatsächlich jemand etwas dabei gedacht…

Die zahlreichen Scale-Details des Modells werten den Gesamteindruck deutlich auf.

Bei den ersten Schwebeflügen erwiesen sich die Voreinstellungen der Fernsteuerung als vollkomen richtig. Lediglich die Trimmung des Heckrotors musste leicht korrigiert werden. Einmal in der Luft überzeugt das Modell mit einem tollen Flugbild und einem ruhigen Flugverhalten. Lediglich die unruhigen Drehzahländerungen des Heckrotors in der Startphase und sein insgesamt lautes Betriebsgeräusch wirken anfangs irritierend, störten bei weiteren Flügen aber schon nicht mehr.

Die Bespannung der Holzblätter kann
sich bei »Feindberührung« lösen.

Die Reaktion an der Taumelscheibe ist eher gutmütig und passt zum Erscheinungsbild eines Semiscale-Helis. Wer es jedoch flotter möchte, kann auch in den Stunt-Modus mit einer deutlich erhöhten Drehzahl wechseln. Kunstflug mit einem Scale-Heli – wer es mag, dem sind hier keine Grenzen gesetzt.

Bei aufkommenden Wind zeigen sich jedoch die Grenzen des Modells. Es braucht dann teils kräftige Steuereingaben, um auf Kurs zu bleiben. Nach einem kurzen Intermezzo mit einigen Windböen war es dann auch schon geschehen: Die Huey knutschte den Boden, ohne jedoch größere Schäden davonzutragen. Außer einem Riss in der Haube und sich lösender Folie an den Holzblättern erwies sich die Mechanik und der Rumpf als sehr robust. Hier sollte über den Einsatz von Kunststoff-Blättern nachgedacht werden. Da die Mechanik baugleich mit dem SR ist, sind diese mittlerweile in großer Auswahl erhältlich.

Fazit

Mit der Blade SR UH-1 Huey Gunship erhält der Käufer ein phantastisch wirkendes Modell, das sowohl im Flug wie auch Zuhause zu überzeugen weiß. Für den fortgeschrittenen Einsteiger dürfte das Modell an windstillen Tagen problemlos beherrschbar sein. Ist es allerdings etwas windig, sollte sie lieber das Regal daheim schmücken, um das hübsch anzusehende Modell nicht zu beschädigen. Die bewährte Technik des SR und der detailliert gestaltete Rumpf überzeugen nicht nur den RTF-Liebhaber sondern auch die Piloten, die solchen Modellen normalerweise aus dem Weg gehen. Der Hersteller hat mit der Huey ein tolles Gesamtpaket geschürt, das sicherlich schon jetzt seine Fangemeinde gefunden hat.

-msc-

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