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Immer dabei! – Der Blade 300X

Eingereicht

Ein 300er Heli? Schon wieder eine neue Modellkategorie? Wer braucht denn das? Das sind nur einige Fragen, die man zu hören bekommt, wenn man mit dem 300X auf dem Modellflugplatz auftaucht. Im Folgenden gibt die Redaktion die Antworten.

»Schon wieder so ein Spielzeug« dachte ich, als der Blade 300X die Redaktion erreichte. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich bisher mit Modellen unterhalb der 450er Größe noch nie so richtig warm geworden bin – unabhängig von den Flugeigenschaften, die meist wirklich gut sind. Vielleicht ist es das fortschreitende Alter… Dennoch bin ich immer wieder neugierig, was sich die Entwickler denn wieder Schönes für uns Modellbauer ausgedacht haben.

Der erster Eindruck

Die Verpackung des Blade 300X nimmt Heli nebst Zubehör auch beim Transport zum Flugplatz sicher auf.

Der Blade 300X kommt, wie eigentlich alle Modelle von Blade fertig gebaut und eingestellt zum Kunden; in meinem Fall als BNF-Version für das Spektrum-DSMX-System. Das bedeutet auspacken, Sender nach Anleitung programmieren und fliegen. Im Gegensatz zu den kleineren Blades ist der 300X mit vollwertigen RC-Komponenten ausgerüstet. Neben vier Digital-Micro-Servos sind ein 25-Ampere-Drehzahlsteller und der Spektrum-Empfänger AR7200BX verbaut, in dem auch gleich die Elektronik des Flybarless-Systems microbeast enthalten ist. Der im Einzelkauf etwas 200 Euro teure Empfänger hat volle Reichweite und kann so auch in großen Helis eingesetzt werden. Über die Performance des microbeast brauche ich mich ja nicht weiter auszulassen.

Die Mechanik des Blade besteht aus zwei Kunststoff-Halbschalen, die Brushless-Motor, Regler, Taumelscheibenservos und die Kombination aus Empfänger und Flybarless-System sicher aufnehmen. Das Getriebe ist einstufig im Modul 0,5. Der Antrieb des Heckrotor-Zahnriemens erfolgt direkt von der Rotorwelle.

Das Chassis ähnelt dem des Blade 400 3D und besteht aus zwei Kunststoff-Halbschalen, in denen der Brushless-Außenläufer mit 4.500 U/min/V genauso sicher Halt findet wie die im Winkel von 120° arbeitenden Taumelscheibenservos, der Empfänger und der Regler. Das Heckservo sitzt sinnvollerweise am 10 mm messenden Alu-Heckrohr, so dass eine Änderung der Riemenspannung nicht die Trimmung am Heck beeinflusst. Die Rotorwelle hat einen Durchmesser von 4, die Heckrotorwelle von 3 mm. Etwas erstaunt guckt man, wenn man bemerkt, dass das Hauptzahnrad des einstufigen Getriebes fest mit der Rotorwelle verbunden ist. Ein Freilauf ist nicht vorhanden. Da man mit einem Modell in dieser Größe ohnehin nicht autorotieren wird, würde der allenfalls beim Auslaufen des Rotors Sinn machen. Wie sich später herausstellte, läuft der abgestellte Motor aber so leicht mit, dass es auch hier nicht zum befürchteten »Schlag ins Getriebe« kommt.

Rotorkopf und Taumelscheibe bestehen fast vollständig aus Kunststoff, erweisen sich aber als sehr spielfrei. Im Innern der Blattgriffe finden sich zwei Kugel- und ein Drucklager.

Der Flybarless-Rotorkopf besteht komplett aus Kunststoff, die zwei kugelgelagerten Taumelscheibenmitnehmer sind direkt am Zentralstück montiert. Seine Dämpfung ist eher weich, was das Risiko von Vibrationen natürlich stark reduziert, andererseits aber das Ansprechverhalten negativ beeinflussen kann. In den rückläufig angelenkten Blattgriffen (Achtung bei der Kontrolle der Pitchfunktion: die Taumelscheibe wird für positive Anstellwinkel nach unten verschoben) findet man, so man sie denn zerlegt (was dank der wirklich guten Vormontage absolut unnötig ist), zwei Kugel- und ein Drucklager. Damit hätte ich in dieser Modellgröße nicht gerechnet und bin daher positiv angetan. Die Kunststoff-Taumelscheibe hat einen Alu-Innenring und ist erstaunlich spielfrei – auch nach inzwischen unzähligen Flügen.

Die montierten Rotorblätter aus folienbezogenem Holz gehen bei einem Modell, das auch auf den Einsteiger abzielt, vollkommen in Ordnung. Sie sind 245 mm lang, 17 g schwer und waren bei meinem Modell einwandfrei gewuchtet. Auch der Spurlauf stimmte aus dem Kasten. Ob hier Testläufe beim Hersteller stattfinden oder ich einfach nur Glück hatte, weiß ich allerdings nicht. Holz ist eben ein Naturmaterial und könnte sich auch bei langer Lagerung verziehen. ZusamDer Heckrotor besteht ebenfalls aus Kunststoff. Die Anlenkung der Schiebehülse erfolgt doppelt mit einem kugelgelagerten Hebel. Die Blatthalteschrauben sind als PMGs ausgebildet, und sollen die Stellkräfte reduzieren. Die ganze Ansteuer-Mechanik hat merkliches Spiel, das sich aber auf die Performance kein Stück auswirkt.

Zusammen mit dem 1.350 mAh fassenden 3s-Akku, der eine Entladerate von 30C hat, wiegt mein Blade 300X genau 494 g, was ihn auch für den Einsatz in der Halle empfiehlt, wo das Gewichtslimit oft bei 500 g liegt. Die Haube besteht übrigens aus mehrfarbig eingefärbtem Tiefzieh-Kunststoff. Mir gefällt sie, aber Geschmack ist natürlich sehr subjektiv.

Inbetriebnahme

Der auch später als Transportbehältnis nutzbare Kasten des Blade beinhaltet alles, um das Modell in kurzer Zeit einsatzbereit zu haben. Neben dem bereits erwähnten Akku gehört dazu auch ein Balancer-Ladegerät mit einem Ladestrom von 1,8 A, etwas Werkzeug, der Einstellschraubendreher für das Flybarless-System und eine Rotorblattauflage. Die mehrsprachige Anleitung gefällt mir von ihrer Aufmachung sehr gut und lässt kaum eine Frage offen. In ihr findet man auch die Einstellwerte für die Spektrum-Fernsteuerungen DX6, DX7 und DX8. Die noch recht neue DX18 (Vorstellung in ROTOR 7/2012), die ich einsetze, fehlt darin noch. Ich habe mich daher einfach an den Werten für die DX8 bedient, die ich während der Akkuladephase schnell in den Sender eingab. Bei den Gaskurven setzte ich dabei auf die Werte eines Beiblatts, die auf den Betrieb mit Holzblättern ausgelegt wurden. Hier gab es wohl hin und wieder Probleme mit Vibrationen bei zu hohen Drehzahlen….

Einen ausführlichen Bericht über weitere technische Merkmale, Tuningmöglichkeiten sowie Flugerfahrungen  lesen Sie in der Ausgabe 10/2012 des ROTOR Magazins.

Fazit

Entgegen meiner ersten Befürchtung ist der Blade 300X alles andere als ein Spielzeug. Man bekommt hier einen vollwertigen Heli mit erwachsenem Flugverhalten, dessen Abmessungen ihn zum optimalen »Immer-dabei-Spaßgerät« machen. Dabei ist es egal, ob der Einsteiger damit preiswert in unser Hobby einsteigen oder der Experte einen schnellen »Mittagspausen-Smack« einlegen will. Während der gesamten Testphase hat der 300X sich keinerlei Schwächen geleistet, auch auf echten Verschleiß warte ich noch immer. Diverse Top-Piloten, die ich mit dem Heli habe fliegen lassen, waren ebenfalls durch die Bank begeistert. Also ganz klar Daumen hoch für ein durchweg gelungenes Paket.

-mf-

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