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Very british: Spartan Vortex VX1

Eingereicht

Vor noch gar nicht so langer Zeit, als ein Heli ohne Paddelstange eher die Ausnahme war, waren die Gyrosysteme von Spartan mit das beste, was man für Geld kaufen konnte. Mit dem Flybarless-System Vortex VX1 will der britische Hersteller nun auch in diesem Segment mitmischen. Hier erfahren Sie, was das System kann und wo seine Schwächen sind.

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Das Vortex VX1 von Spartan ist extrem klein und lässt sich so auch in 250er Helis problemlos unterbringen.

Als ich im Herbst 2012 auf Facebook (dieses Medium ist einfach ideal geeignet, Neuerungen und auch Gerüchte möglichst früh zu erfahren) von den ersten Tests eines angekündigten Flybarless-Systems von Spartan las, war meine Neugierde geweckt. Hatte ich doch früher bereits sehr gute Erfahrungen mit den Gyros dieses in Großbritannien beheimateten Herstellers gemacht. Das Setup der kleinen Geräte war immer schon unkompliziert und die Performance über jeden Zweifel erhaben. Nur bei den Anleitungen haperte es immer etwas, was aber für fortgeschrittene Piloten kein Problem darstellte; Einsteiger waren allerdings besser mit anderen Systemen bedient. Ein weiteres Manko war der nicht richtig geregelte Vertrieb für Deutschland, so dass hierzulande ein kompetenter Ansprechpartner fehlte.

Doch zurück zum Vortex: Ich schrieb also Angelos von Spartan an, den ich von früher bereits kannte und fragte, wann man denn mit der Serie des Vortex rechnen könne. Im Frühjahr 2013 sollte es soweit sein. Anfang Februar kam dann endlich die Presseinfo, dass das System nun ausgeliefert wird. Ich nutzte die »Gunst des frühen Wissens« und orderte direkt ein Vortex nebst des zugehörigen Programmierterminals DataPod, mit dem auch ander Spartan-Produkte bedient werden können. Beides erreichte mich dann kurze Zeit später direkt aus England, wo ich es auch bestellt hatte. Einen Vertrieb in Deutschland gibt es leider immer noch nicht…

Lieferumfang

Geliefert wird das Vortex ganz mit britschem Understatement in einem wirklich kleinen Kasten, der das aus zwei Teilen (Elektronik und Sensor) bestehende und sehr kleine Flybarless-System, mehrere Anschlusskabel zur Verbindung mit den verschiedensten Empfängertypen sowie je zwei dicke und dünne Klebepads für den Sensor enthält. Eine Anleitung oder Software findet man darin nicht; lediglich eine Pappkarte, die in feinstem Schulenglisch darauf hinweist, dass man die Anleitung von der Webeite herunterladen kann und außerdem der Hersteller für keinerlei Schaden, der durch den Gebrauch des Systems eventuell entsteht, aufkommt.

Hardware

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Der Sensor wurde auf der Heckrohraufnahme des Blade 500X befestigt.

Das Vortex ist zweiteilig aufgebaut. In einem gerade mal 34 x 24 x 11 mm messenden Kunststoff-Gehäuse findet sich die Steuerelektronik, also das Gehirn des Systems, in einem zweiten, 20,5 x 20,5 x 10 mm kleinen ist der Sensor untergebracht. Das Gesamtgewicht beider Komponenten beträgt gerade mal 16 g. Durch seine kleinen Abmessungen und das niedrige Gewicht sollte sich das Vortex also auch für besonders kleine Modelle eignen. Genau wie Mikado beim VStabi Silverline setzt auch Spartan auf einen Balanced-Ring-MEMS-Sensor, der deutlich vibrationsresistenter sein und auch eine bessere Regelung ermöglichen soll. Ob es sich dabei um den gleichen Typ wie im VStabi handelt, kann ich nicht sagen. Generell sollen diese Sensoren jedenfalls auch in turbinengetriebenen Modellen funktionieren, wo die früher eingesetzten Sensoren ja unter Umständen für »interessante Effekte« sorgen konnten, die den Piloten den Schweiß ins Gesicht getrieben haben.

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Nicht verpolungsgeschützt: Die Buchsen an der Elektronik sind Futaba-kompatibel, der Stecker am Sensor hat einen JR-Stecker.

Das Vortex kann mit Standard-Empfängern, solchen mit Summensignal, S-Bus und auch zwei Spektrum-Satelliten betrieben werden. Die Steckverbindungen sitzen an den Stirnseiten der Elektronik und sind – außer die für die Spektrum-Satelliten – mit Futaba-Buchsen ausgestattet. Etwas unverständlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass das 16 cm lange Verbindungskabel zum Sensor mit einem UNI/JR-Stecker abgeschlossen wurde, also nicht mechanisch gegen Verpolung gesichert ist. Noch dazu findet sich auch auf dem Gehäuse keine Beschriftung, wie herum der Stecker denn nun hineingehört. Erst die Anleitung sorgt bei genauem Hinschauen für Aufklärung. Eine weitere Kuriosität ist, dass – offenbar aus Platzgründen – bei der Verwendung eines Empfängers mit Einzelkanälen auch die beiden Anschlüsse für die Spektrum-Satelliten über Adapterkabel (liegen bei) genutzt werden sollen. Zudem liegen die dann genutzten Anschlüsse an gegenüberliegenden Gehäuseseiten, was die Kabelverlegung nicht unbedingt erleichtert. Für Servos stehen insgesamt fünf Steckplätze bereit, so dass man problemlos eine Taumelscheibe mit drei Servos plus die für Heck und Gas bedienen kann. Bei Modellen mit Vierpunkt-Anlenkung entfällt die Möglichkeit, das Gasservo am Vortex zu betreiben.

Das ist gerade dann schade, wenn man den ebenfalls integrierten Drehzahlregler nutzen möchte. Er soll mit Verbrenner- und demnächst auch mit Elektro-Antrieben für eine konstante Hauptrotordrehzahl sorgen. In einem Nitroheli macht das durchaus Sinn, in einem Elektromodell greife ich allerdings lieber zu einem guten externen Regler. Der wirkt zwar immer nur nacheilend und ist somit in der Theorie dem integrierten System unterlegen. In der Praxis merkt man bei guten Produkten allerdings keinen Unterschied. Dafür kann man sich am zumeist einfacheren Setup und der direkten Verbindung von Empfänger zu Regler erfreuen, über die sich der Motor auch bei einer Fehlfunktion des Flybarless-Systems zumindest immer noch abschalten lässt.

Software

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Der kleine DataPod mit seinem gut ablesbaren Grafikdisplay dient der Programmierung sowie dem Update des Vortex.

Setup und Update des Vortex erfolgen mit dem so genannten »DataPod«, einem Programmiergerät, dessen Grafikdisplay trotz der geringen Abmessungen der Einheit von gerade mal 46 x 25 x 12 mm sehr gut ablesbar ist. Drei oben angebrachte Tasten sorgen für die Navigation in den Menüs und das Einstellen der benötigten Werte. Die Verbindung des DataPod zum Flybarless-System erfolgt über ein Verbindungskabel mit UNI/JR-Stecksystem – also auch hier kein Verpolungsschutz. Der DataPod hat zusätzlich eine zweite Buchse, die für verschiedene Gyros von Spartan genutzt wird. Außerdem lässt sich daran aber auch prima ein externer Empfängerakku anschließen, wenn man einen E-Heli ohne Flugakku programmieren möchte.

Einen ausführlichen Bericht über weitere technische Merkmale, Setup-Einstellungen sowie Flugerfahrungen  lesen Sie in der Ausgabe 5/2013 des ROTOR Magazins.

Fazit

Das Spartan Vortex VX1 ist ein Flybarless-System, das beim Flugverhalten durchaus mit den Marktführern aus Deuschland mithalten kann. Es ist klein und leicht, so dass es sich auch für 250er Helis eignet. Das Setup ist eigentlich einfach und die Einstellmöglichkeiten sind manigfaltig. Leider ist aber die Anleitung genaugenommen unbrauchbar – zumindest, wenn man vorher noch keinerlei Erfahrung mit Flybarless-Systemen hatte. Hier muss der Hersteller unbedingt nachbessern, will er sich auf Dauer etablieren. Vielleicht gibt es irgendwann ja einen Vertrieb in Deutschland, der sich auch um eine durchdachte Anleitung kümmert? Ohne diese ist das Vortex nämlich nur etwas für Experten, die einfach mal etwas Neues probieren wollen.

-mf-

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