Die Schärfe macht’s: Die Qualitätsklingen von Mozart

Oftmals findet sich in der Modellbau-Werkstatt ein günstiger Cutter samt Klingen aus dem Baumarkt; dementsprechend oft müssen auch die Klingen ausgetauscht werden. Dass aber auch beim Thema Schneidwerkzeuge erhebliche Qualitätsunterschiede bestehen, beweist das Solinger Traditionsunternehmen Mozart, das eine Vielzahl an Klingen für die unterschiedlichsten Schneidanwendungen anbietet. Frederick Winkle stellt einige Werkzeuge davon vor.

Der Alleskönner: das Universalmesser Mozart S2
Schon bei der ersten Anwendung des Mozart-Universalmessers (Preis 45,29 Euro) wurde uns bewusst, wie weit unsere bisherigen Baumarkt-Cutter diesem Qualitätsprodukt nachhinken. Hier klappert nichts, die Klinge weist kaum Spiel in der Aufnahme auf und der schwere, beständige Griff in der »Schiller-Form« mit der griffigen Beschichtung bietet eine ganz andere Kontrolle über den Schnitt. Besonders durch die spielfreie Klingenaufnahme lassen sich feine Schnitte sowohl präzise als auch kraftvoll setzen.

Erfordert das zu schneidende Material einmal mehr Kraft, wie beispielsweise eine Kohle- oder Glasfasermatte, dann entfällt beim Mozart-Messer die Sorge über eine brechende Klinge, sich verbiegende Klingenaufnahmen oder gar einen versagenden Griff. Da die Klingenaufnahme beim Mozart-Messer gehärtet ist, hat sich an dieser Stelle auch nach intensiver Nutzung bisher keinerlei Verschleiß oder Spiel bemerkbar gemacht.

In die gehärtete Klingenaufnahme wurde ein Magnet integriert, der den Klingenwechsel noch einfacher macht.

Zudem beinhaltet die Klingenaufnahme einen Magneten, der die Klinge zusätzlich an Ort und Stelle hält und dadurch auch den Klingenwechsel vereinfacht. Diese langlebige Präzision fordert jedoch einen kleinen Nachteil gegenüber einem herkömmlichen »Bastelmesser«, nämlich die Möglichkeit, die Klinge einzufahren und bei Nichtbenutzung sicher im Messergriff verweilen zu lassen. Dafür sorgt beim Mozart-Messer eine transparente und festsitzende Schutzkappe für zuverlässige Sicherheit. Damit lässt sich das Messer sorgenfrei in der Schublade verstauen oder auch sicher transportieren.

Im Inneren des Messergriffs verbirgt sich ein praktisches Ersatzklingenfach, das mit dem Schnellverschluss zum Öffnen des Griffs einen echten Mehrwert darstellt. Bis zu zehn Ersatzklingen lassen sich hier sicher unterbringen. Ein gummierter Klingenschutz sorgt dabei für zusätzliche Sicherheit und verhindert ein stumpf werden der Ersatzklingen.
Ist das Klingenfach voll bestückt, lesen wir auf der Waage ein Gewicht von 175 Gramm ab. Damit liegt das Mozart-Messer rund dreimal so schwer in der Hand, wie ein üblicher Baumarkt-Cutter. Dieses Gewicht trägt zur wertigen Haptik und einer hervorragenden Kontrolle über den Schnitt bei.
Die präzise gefertigten Mozart-Klingen zeugen von der überaus langjährigen Erfahrung des Unternehmens, denn neben der Schärfe und der Schnitthaltigkeit ist hier auch die riesige Auswahl an unterschiedlichen Klingenformen zu erwähnen.

Für das Mozart Messer-Programm steht dabei eine große Vielzahl an unterschiedlichen Klingenformen, Stärken, Beschichtungen und sonstigen Ausführungen zur Verfügung. So finden sich neben Varianten der bekannten Trapezklingen, die wir in unserem Mozart S2-Messer verwenden, beispielsweise auch Haken-, Doppelschliff- und Halbmondklingen sowie diverse Untervarianten und Beschichtungen zur Auswahl.

Auch im Härtetest auf Maskier-Schablonen aus Metall
überzeugen die feinen Klingen mit einer überraschend
ausdauernden Schnitthaltigkeit.

Das Präzisionsschnittmesser-Programm
Für besonders feine Arbeiten stehen individualisierbare Präzisionsmesser (Preis ab 10,90 Euro) zur Verfügung. Diese sind in zwei Griffausführungen erhältlich: »schlank« oder »ergonomisch kräftig«. Beide Griffvarianten sind sowohl mit einer Rändel-Schraube für einen schnellen und werkzeuglosen Klingenwechsel, als auch mit einer Linsenkopf-Inbusschraube zur Vermeidung von Kratzern und Beschädigungen am Werkstück erhältlich.
Ein weiterer Vorteil der Variante mit Inbusschraube ist die Möglichkeit, eine Schutzkappe auf das Messer zu stecken. Diese ist hier separat erhältlich und ermöglicht den sicheren Transport und das ungefährliche Ablegen des Messers auf dem Werktisch. Daher ist die Schutzkappe unserer Meinung nach ein Must-have! Durch den in die Schutzkappe integrierten Inbus-Schlüssel funktioniert diese zugleich als stets parates Werkzeug zum Austausch der Klingen.

Wenn die Klingen in das Griffstück eingesetzt werden, erfolgt die Fixierung völlig spannungsfrei, wodurch die Bruchgefahr auf ein Minimum reduziert wird. Mit der passenden Klinge lassen sich die Mozart-Feinschnittmesser an jeden erdenklichen Anwendungsfall anpassen. Neben der Standard-Klinge stehen noch Sicherheits-, Spezial-, Haken- oder Spitzklingen zur Auswahl. Eine ausführliche Auflistung mit genauen Beschreibungen findet sich auf der Hersteller-Seite.

Besonders beeindruckt hat uns die Schnitt-Präzision der Spitzklinge bei der Herstellung einer Lackierschablone für vorbildgetreue Beschriftungen. Diese langwierige und feinfühlige Arbeit ging durch die rutschfreie, mikrobelüftete Griffbeschichtung, das solide Eigengewicht von 45 Gramm und die Ergonomie des Griffs sehr ermüdungsfrei vonstatten.
Die Mozart-Workstation – alles an seinem Platz

Bei feinen und langwierigen Arbeiten an einem Scale-Instrumentenbrett hat sich das Präzisionsschnittmesser als unschlagbar erwiesen.

Für die beschriebenen Feinschnitt- bzw. Entgratungsmesser ist bei Mozart seit neuestem auch eine sogenannte Workstation (Preis 45,29 Euro) erhältlich. Diese besteht neben der zentralen Ablage für das Messer selbst, auch aus einem Altklingenbehälter und einem Sicherheitsklingenspender sowie mitgelieferten Schrauben, mit denen sich die Workstation beispielsweise an der Arbeitsplatte dauerhaft befestigen lässt.
Die Workstation spielt ihre Vorteile im Modellbau hauptsächlich bei größeren Folier- oder auch Lackierarbeiten aus. Durch das sichere Ablegen des Messers in der Workstation wird neben dem Plus an Ordnung auch die Arbeitssicherheit erhöht.

Messer, Klingen-Nachschub und sogar ein Behältnis zur Klingenentsorgung finden Platz in der neuen Workstation.

So kann das Messer nicht mehr unter irgendwelchen Folien- oder Maskierfilm-Zuschnitten verschwinden, sondern befindet sich während der Arbeit stets zusammen mit den Klingen in Griffweite. Ein versehentlicher Griff in die Klinge wird so ebenfalls verhindert.

Der Nachschub
Ebenso durchdacht wie die Messergriffe und Klingen an sich, funktionieren auch die Klingenspender. Für die Präzisionsklingen haben wir die magazinartig aufgebauten 100er-Spender im Einsatz, da diese auch perfekt in die dafür vorgesehene Halterung in der Workstation passen. Die Klingen lassen sich einfach und gefahrenfrei aus den praktischen Magazinen entnehmen. Zudem kann man den Füllstand des Klingenspenders durch den halbtransparenten Kunststoff stets im Auge behalten und rechtzeitig Nachschub ordern. Ein 100er-Pack Trapezklingen für das Universalmesser Mozart S2 wird dagegen in handlichen Zehnerspendern geliefert.

Für die Mozart-Messergriffe steht eine Vielzahl
an unterschiedlichen Klingen bereit.

Fazit
Bereits nach kurzer Zeit wollen wir das Messer-Programm des Solinger Traditionsunternehmens nicht mehr missen. Nicht nur der Allrounder S2, sondern ganz besonders auch das Präzisionsmesser in Verbindung mit dem umfangreichen Klingensortiment stellen einen echten Mehrwert in unserer Scale-Modellbau-Werkstatt dar. Von gröberen Werkstoff-Zuschnitten bis hin zu komplexen Lackier-Schablonen fallen hier Schneidarbeiten aller Art an, die mit den langlebigen Messern aus Solingen bestens gemeistert werden können.

Text/Bilder: Frederick Winkle

⇢ Der Beitrag erschien in Ausgabe 12/2019. Ausgabe bestellen

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