Sechsblatt-Rotorkopf-Umbau am Blade 270 CFX

Mehrblatt-Rotorköpfe sind gerade bei kleinen Scale-Modellen eher die Seltenheit und die Auswahl an Anbietern entsprechend überschaubar. Unser Spezialist für Scalemodelle im kleinen Maßstab, Peter Reinerth, hat sich an eine Eigenbauvariante gewagt und auch gleich einen entsprechenden Vierblatt-Rotorkopf für das Heck mitentwickelt. Ob es geklappt hat und welche Hürden zu überwinden waren, hat er für uns in einem Artikel zusammengefasst.

Angefangen hat alles mit dem FC6250HX von Spektrum. Nach diversen Zwischenfällen mit dem Blade 330S, in dem es ab Werk eingebaut ist, hat es mein Kollege Manfred aus seinem 330S ausgebaut und in die Schublade verbannt. Nach meinen ersten Erfahrungen mit dem kleineren FC6250MHXA im Blade 230 Smart wollte ich es aber wissen und ließ mir den Flighcontroller von Manfred geben. Ein gebrauchter 270 CFX der ersten Generation war das Testmodell. Mit einem 6s-Avian-Regler und dem FC6250HX fliegt der kleine Heli traumhaft. Das System ist also rehabilitiert. Auch die Einstellmöglichkeiten und die Telemetrie der Kombination FC6250HX/Avian 30 haben mir gefallen.

Nun steht der Blade 270 CFX herum, einen Scale-Rumpf gibt es dafür nicht. Ich bringe es nicht über mich, ihn abzugeben. Auf der ROTOR live sahen wir das beeindruckende Modell eines Skycranes von HSQ und wir waren uns einig: Ein Sechsblattrotorkopf für den 270 CFX wird gebaut.

DER SECHSBLATT-ROTORKOPF

Um die vorhandenen Rotorblätter verwenden zu können und die Belastbarkeit des Materials nicht infrage stellen zu müssen, werden die originalen Blatthalter des 270 CFX verwendet. Ebenso war geplant, die original Blattlagerwellen sowie die Dämpfer und sämtliche Kleinteile zu nutzen. Lediglich das Zentralstück des Sechsblattrotorkopfs habe ich unter Berücksichtigung aller Maße des originalen Zweiblattrotorkopfes im CAD gezeichnet. Die Außenmaße und die Maße der Bohrung für die Blattlagerwellen sowie die Maße der Bohrung für die Dämpfer werden übernommen. Der Durchmesser der Rotorwelle sowie die Querbohrung für die Befestigung an der Rotorwelle sind ebenfalls identisch zum Zweiblattrotorkopf.

Die originale Blattlagerwelle wird halbiert und mit einer Querbohrung sowie einem Gewindestift im Zentralstück verankert. So bleibt die Dämpfung des Rotorkopfs erhalten. Die Anlenkarme der Blatthalter, die beim 270 CFX demontierbar sind, werden gekürzt und die Steuerkugeln so montiert, dass ein Anlenken auf möglichst kleinem Radius machbar ist.

Der Taumelscheibenmitnehmer kann nicht mit so vielen Anlenkungen wie beim Zweiblattkopf ausgeführt werden. Deshalb habe ich einen Taumelscheibenmitnehmer nach dem Vorbild anderer Hersteller gezeichnet. Nachdem die Simulation im CAD keine Probleme gezeigt hatte, wurden die Teile aus Resin 3D-gedruckt und montiert. Es gab noch ein paar Änderungen zur Optimierung – danach schickte ich die Zeichnungen in 2D an Manfred. Er hat die Teile aus Aluminium gefertigt. Das Mittelstück des Taumelscheibenmitnehmers wurde jedoch aus Gewichtsgründen aus Messing gefertigt.

DIE ROTORBLÄTTER

Leider gibt es in dieser Größe keine halbsymmetrischen oder Scale-Rotorblätter. Die 280-mm-Rotor-blätter von SAB haben wie die 270-mm-Rotorblätter des 270 CFX eine Blattwurzelstärke von 5 mm, jedoch eine geringere Blatttiefe. Am Zweiblattkopf des 270 CFX sind sie im Vergleich zu den Originalen eher moderat. Sechs sollten jedoch mehr als ausreichend Auftrieb geben. Hier ist die geringere Blatttiefe von Vorteil. Deshalb habe ich mich für die SAB 280 Thunderbolt-Blätter entschieden. Die Messingbuchsen für die Blattlagerschrauben mussten natürlich aufgebohrt werden.

HECKHÖHERLEGUNG

Schon beim Bau des Sechsblattrotors wurde mir klar, dass das größere Zentralstück und die längeren Rotorblätter zu einem größeren Hauptrotordurchmesser führen würden. Dadurch wird der Abstand zum Heckrotor kleiner. Außerdem soll der Sechsblattrotor mit geringerer Drehzahl laufen, aber mehr Drehmoment erzeugen. Dies erforderte einen größeren Heckrotor. Spätestens diese Tatsache machte einen größeren Rotorwellenabstand zwingend erforderlich.

Eine 45° Heckumlenkung an das vorhandene Heckrohr verlängert den Abstand der Rotorwellen. Eine ähnliche Umlenkung habe ich bereits für den Blade 360 CFX in 3D gezeichnet. Als Umlenkrolle für die gezahnte Seite des Zahnriemens wird die originale Antriebswelle des Heckrotors verwendet. Die Umlenkrolle für die glatte Seite besteht aus zwei Kugellagern mit Kragen. Der Umlenkhebel für das Anlenkgestänge zum Heckrotor ist doppelt kugelgelagert und mit …

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