Workshop: Abformen mit Silikonkautschuk

Silikonkautschukformen bieten die Möglichkeit, kleine Bauteile detailgetreu abzuformen. Mit dieser Methode können im Scale-Modellbau kleinere Anbauteile, wie Scharnier- und Tankdeckelattrappen, Steuerknüppelgriffe, Instrumentenbretter oder auch Teile von Pilotenfiguren auf einfache Weise reproduziert werden. Der vorliegende Workshop zeigt, wie so etwas mit einfachen Mitteln machbar ist.

abformenDas Ausgangsmaterial für den Formenbau ist ein synthetisches Elastomer auf Silikonbasis, das zusätzlich mit einem Füllstoff verstärkt ist. Dieser sogenannte Silikonkautschuk ist aufgrund seiner hohen Flexibilität und Elastizität sowie seinen ausgezeichneten Fließeigenschaften im flüssigen Zustand und minimaler Schrumpfung bei der Aushärtung perfekt für den Formenbau geeignet.

Silikonkautschuk gibt es in verschiedenen Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften, die am Ende des Beitrags zusammengefasst sind. Für unsere Zwecke sind besonders die Sorten RTV/NV und RTV/HE interessant. Beide sind niedrigviskos (also besonders fließfähig), wobei die Sorte HE zusätzlich noch hochelastisch ist, wodurch die spätere Form auch stärkere Hinterschneidungen beim Entformen verkraften kann.

Grundsätzlich erfolgt das Abgießen von Bauteilen mit Silikonkautschukformen in drei Schritten. Zunächst muss ein Urmodell beschafft oder angefertigt werden, das als Muster zum Herstellen der Form dient. Im zweiten Schritt wird die eigentliche Silikonkautschukform hergestellt, die ein- oder mehrteilig ausgeführt werden kann. Zuletzt erfolgt das eigentliche Gießen der Werkstücke mit Gieß- oder Epoxidharz.

Urmodell
Das Urmodell dient als Vorlage für unsere späteren Gussteile, die prinzipiell aus allen möglichen Materialen wie Kunststoff, Metall, Holz oder auch Gips bestehen können. Im Modellbau bietet es sich an, die benötigten Urmodelle aus Polystyrol-Platten und -Profilen sowie aus 2K-Spachtelmasse herzustellen. Beispiele dafür sind flache, aufgesetzte Rumpfdetails wie Scharnier- und Tankdeckel­attrappen, oder auch echte 3D-Objekte wie Pitch- und Steuerknüppelgriffe oder sogar Köpfe von Pilotenfiguren …

Text/Bilder: Gunther Winkle

Rotor_9_16Einen vollständigen Bericht über den CORE 700 lesen Sie in Ausgabe 9/2016. Ausgabe bestellen

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