Das 10.000 Stunden-Projekt: Bell-Boeing V-22 Osprey

Manche Scale-Modelle im Leben eines Modellbauers entwickeln sich zu wahren Mammutaufgaben, die nur mit immensem Willen und Einsatz zur Vollendung kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt der V-22 Osprey von Norbert Schürz, das 1998 seinen Anfang fand und mittlerweile über 10.000 Arbeitsstunden in Anspruch nahm – immer wieder begleitet von einigen Rückschlägen. Herausgekommen ist dabei ein Modell, das es wirklich in sich hat: eine komplette Eigenkonstruktion der Mechanik und des Rumpfs bis hin zum Schwenkmechanismus bei ca. 20 kg Abfluggewicht. Norbert Schürz hat für uns noch einmal die Lebensphasen seines Modells zusammengetragen und gibt zudem interessante Einblicke in die Technik dieses Kipprotor-Wandelflugzeugs.

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Bild: Mike Laskus

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Verbaut ist ein SK-Dreiblatt-Rotorkopf ohne Schlaggelenk, um eine absolut direkte Anlenkung – vor allem in der Nickrichtung – zu erreichen.

Die Geschichte der Bell-Boeing V-22 Osprey (Fischadler) Im April 1983 wurde Bell-Boeing von der US Navy beauftragt, ein Flugobjekt zu entwickeln, das weite Strecken sehr schnell bewältigen und gleichzeitig senkrecht landen und starten kann. Hintergrund waren mangelnde Reichweite von Helikoptern und die begrenzten Lande-/Einsatzmöglichkeiten von Flugzeugen. Der Erstflug der V-22 Osprey fand am 19. März 1989 statt, die Serienproduktion begann allerdings erst 2005. Diverse Probleme, Kürzungen der Finanzierung und fatale Abstürze brachten das Projekt an den Rand des Abbruchs. Die Abstürze waren nachweislich nicht auf eine fehlerhafte Konstruktion zurückzuführen, sondern auf menschliches Versagen und mangelnde Ausbildung. Präsident Clinton legte mit seiner Zusage zur weiteren Förderung dieses Projekts den Grundstein für das Überleben des heute sehr sicheren Flugzeugtyps. 2007 wurde die Osprey erstmals von den Marines im Irak eingesetzt. Nach meinen Informationen haben die Marines im Jahr 2014 99 Maschinen, von denen eine ca. 70 Mio. US-Dollar kostet, bestellt. Eine Bestellung aus Japan soll aktuell am Laufen sein; Japan ist damit der erste nichtamerikanische Kunde.   Wie alles begann Ich befasse mich seit 1984 mit dem Bau von Modellhubschraubern. Die notwendige Technik hat mich schon immer sehr gereizt. Mein erstes flugfähiges Modell war ein Eigenbau-Dreiblatt-Hubschrauber mit 1,5 Metern Rotordurchmesser, 10 ccm-Motor, Dreipunkt-Taumelscheibe (virtuell verdreht angelenkt) und natürlich ohne FBL-System; einen Kreisel für den Heckrotor hatte ich auch nicht. Mensch, was waren das noch Zeiten oder? Bilder des Projekts kann man auf meiner Homepage www.avens.at finden …

Text/Bilder: Norbert Schürz

blue_versionEinen vollständigen Bericht über die V-22 Osprey lesen Sie in Ausgabe 6/2016. Ausgabe bestellen

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