Schweizer Perfektion: AS 350 Ecureuil BOHAG in 600er Größe

2.800 Klebenieten, ca. ein Jahr Bauzeit und dazwischen immer wieder dremeln, spachteln und schleifen: Dass Scale bis ins kleinste Detail nicht nur den großen Pötten vorbehalten ist, zeigt unser Autor Marco Oberholzer, der in liebevoller Kleinarbeit seinen Traum von der eigenen AS 350 schon fast »perfektionistisch« verwirklicht hat.

P1060053

Alles begann mit der Faszination von der AS 350 und dem Wunsch, selbst so ein Modell in der 600er-Größe in meinem Hangar zu haben. Als ich mich dann nach langem Hin und Her entschied, ein »Eichhörnchen« mit einer eigenen Lackierung aufzubauen, war mir ziemlich schnell klar, dass es ein »Rot-Gold-Hörnchen« in den Farben der HB-ZET des schweizer Helikopterunternehmens BOHAG wird.

Mechanik und Rumpf
Als Basis für mein Projekt diente eine 600er ESP-Mechanik, die zuvor in einem anderen Rumpf mit Zweiblattrotor zum Einsatz kam und sich dort bereits bestens bewährte. Mein Bericht beleuchtet daher weniger die mechanische Seite, da es schon zahlreiche Berichte über die ESP-Mechanik in Scale-Helis gibt. Ich konnte mich also umgehend dem Rumpf zuwenden und begann, die Anpassungen für mein Vorbild vorzunehmen. Da der Rumpf ursprünglich als B2-Version konstruiert wurde und am Rumpfboden eine große Öffnung für eine Benzin-Mechanik hatte, war Löcher stopfen und spachteln angesagt.

Das untere und längere Seitenfenster wurde zuerst maßstabgetreu aufgezeichnet und mit einem Dremel ausgefräst. Die Bodenluke inklusive Fenster ließ ich noch offen, da mir niemand die genauen Maße liefern konnte. Laut BOHAG sind die Fensterformen bei jedem Heli individuell, und Eurocopter Frankreich hatte lediglich grobe Maßangaben im PDF-Format zur Verfügung. Zudem fällt das Fenster sehr unpassend auf die Verschluß-Schnallen, so daß ich mich entschied, das Fenster ganz weg zu lassen.

P1060080

Das Innere des Rumpfs wurde im Vorfeld schwarz lackiert sowie auf der Bodenplatte sechs Einschlagmuttern eingeharzt. Auf dem Rumpfäußeren kamen dann ca. 2.800 Klebenieten zum Einsatz (als Streifen erhältlich), die sich wunderbar platzieren lassen und nebenbei einen tollen Effekt erzielen. Die gesamte Verkabelung, inklusive Beleuchtung, wurde im Rohzustand angepasst und sauber verlegt. Das Anbringen der seitlichen Positionslichter erwies sich schwieriger als gedacht, da herstellerseitig nicht an Spantenmaterial gespart wurde, das sich für die Verkabelung teilweise als unpassend platziert erwies. Also war dremeln und anschließendes verspachteln und abschleifen angesagt. Nach der Montage der Kabelschneider, des Pitotrohrs sowie der zwei Antennensockel, musste die Domöffnung noch an die Anlenkanordnung der ESP-Mechanik angepasst werden …

Autor: Marco Oberholzer

Eine ausführliche Vorstellung der AS 350 lesen sie in ROTOR 10/2014 (ab 26. September im Handel).

httpv://www.youtube.com/watch?v=YX5dvBhSg_8

Weitere interessante Beiträge

XPLORER – ein NOTAR-Eigenbauprojekt in 500er Größe Teil 1: Grundkonzept und Hecksystem Der von McDonnell Douglas Helicopters (MDH) seit 1987 entwickelte und 1993 zur Serienreife gebrachte Exp...
Neue Maßstäbe: Der neue Kontronik Cool KOSMIK 250... Der Cool KOSMIK 250 HV sieht schon imposant aus! Nicht nur das Äußere lässt vermuten, welche elektrischen Eigenschaften in ihm schlummern, auch die t...
Alles außer gewöhnlich! AgustaWestland AW609 Kipprotor-Modelle stellen Piloten vor ganz eigene Herausforderungen – erst recht, wenn es sich um ein komplettes Eigenbaumodell handelt. Zu den Beson...
Design trifft Präzision: SAB Goblin Thunder Spor... Während so manch anderer Hersteller teils jahrelang ein Produkt in quasi unveränderter Form verkauft, wird man bei SAB nicht müde, stets neue Goblin-...
Modellhubschrauber-Leistungssport: F3C/N Experienc... Am 30. März 2019 finden Interessierte beim MFC Grundig (www.mfcgrundig.de) in Langenzenn wieder alle wesentlichen Informationen zum Thema Modellhubsch...

Kommentare sind geschlossen.